Das Ebro-Delta

das Naturschutzgebiet

Der Rio Ebro entspringt nicht weit von der Atlantikküste in Kantabrien, fließt aber nicht in den Atlantik, sondern mündet, aus seinem Quellgebiet in der Cordillera Cantábrica kommend, in das Mittelmeer. Insgesamt 374 Nebenflüsse münden in den Ebro. Auf seiner Reise von etwa 927 km quer durch Spanien schwemmt der Ebro Steine, Geröll und Schlamm bis in das Ebro-Delta, das auf diese Weise erschaffen wurde und sich heute wie ein Fächer bis in das Meer ausbreitet und damit eine ökologisch wertvolle Brackwasserzone bildet. Das Delta des Ebro verzweigt sich in zahlreiche Wasserläufe und Seen.
Der Fluss Ebro hieß im Altertum Iberus oder Hiberus.
Das Delta liegt in der BAIX EBRE mit 1,026 m² der territorial größte Bezirk Kataloniens. Die Hauptstadt ist Tortosa.
Das Ebro-Delta ist das größte Feuchtgebiet ganz Kataloniens. Mit seinen 320 km Fläche stellt es eines der wichtigsten Naturschutzgebiete des westlichen Mittelmeers dar. Die Landschaft des Deltas ist einmalig für Katalonien und beeindruckt durch ihre Schönheit jeden Besucher.
Im Norden und Süden des Ebro-Delta findet man riesige Dünenflächen vor. Die ausgedehnten feinsandigen Strände laden zu Strandwanderungen ein. Der Strand fällt ganz leicht ins Meer ab. Das gesamte Ebro-Delta ist ein international bedeutsames Vogelschutzgebiet. Fast 300 verschiedene Vogelarten wurden hier gezählt. Zu den wichtigen und seltenen Arten des Deltas gehören Purpursumpfhuhn, Rosaflamingo, Korallenmöwe und Sichler. Viele unserer heimischen Zugvögel verbringen den Winter hier.
Das Delta wie wir es kennen, entstand im Laufe der letzten 2000 Jahre also zur Römerzeit.
Bis in das frühe 20 Jahrhundert war das Delta wegen der Malaria, die hier noch heimisch war nicht sehr stark besiedelt. Bis 1918 forderte die Malaria jährlich rund 3000 Todesopfer.
Erst nach Ausrottung der Anophelesmücke wurde das Gebiet stärker besiedelt. Heute bevölkern ca. 50000 Menschen das Delta.

© by Wolfgang Bella 1996-2007